10 Jahre Agenda 2010 in Zahlen

Statt in den kollektiven Agenda-Jubel mit einzustimmen, hat die LINKE sich einfach mal die offiziellen Zahlen zur Beschäftigung kommen lassen und diese 1:1 veröffentlicht. Es kann dann ja jeder für sich entscheiden, ob es da etwas zu bejubeln gibt:

„Zentrales Versprechen, mehr Arbeit zu schaffen, ist nicht erfüllt. Es gibt heute nicht mehr Arbeit als im Jahr 2000.
– In Vollzeitäquivalenten 2000 = 32,8 Millionen
– In Vollzeitäquivalenten 2011 = 32,7 Millionen

Steigende Zahl der Erwerbstätigen nur aufgrund der Umverteilung von Vollzeit zu (oft unfreiwilliger) Teilzeit:
– sozialversicherungspflichtige Vollzeitstellen 2000 zu 2011 von 23,9 auf 22,7 Mio.
– sozialversicherungspflichtige Teilzeitbeschäftigung 2000 zu 2011 von 3,9 auf 5,7 Mio.
– Minijob-Beschäftigung von 2000 zu 2011 von 5,5 Millionen auf 7,4 Millionen.   

Zahl der Niedriglohnbeschäftigten um 1,3 Millionen auf fast acht Millionen angewachsen.
Zahl der Minijobs als Zweitjobs hat sich von 2003 bis 2011 von 1,2 auf 2,6 Millionen mehr als verdoppelt.
Verdreifachung der Zahl der Leiharbeiter seit 2003 (HartzI).

Steigende Zahl der Erwerbstätigen vor allem aufgrund der Zunahme von Frauenerwerbstätigkeit im Westen:
– Frauen im Westen + 2 Mio. / im Osten + 300.000
– Männer im Westen + 500.000 / im Osten kein Zuwachs

Frauen sind die eigentlichen Verlierer der Agenda 2010. Sie wurden massenhaft in Minijobs oder unfreiwillige Teilzeit gedrängt, zu niedrigen Löhnen. Stattdessen nötig gewesen wäre: Mehr Kitaplätze, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Verzicht auf Minijobs.“

Interessante Daten gibt es auch zur Reallohnentwicklung: „Die Lohnquote liegt im Jahr 2011 um rund 5 Prozentpunkte unterhalb der Lohnquote im Jahr 2000. Bei einem Volkseinkommen von fast 2 Billionen Euro heute entsprechen 5 Prozentpunkte etwa 100 Milliarden Euro.“ Umgerechnet auf 40 Millionen Beschäftigte immerhin 2.500 Euro (rund 210 Euro im Monat für jeden Azubi, Minijobber, Aufstocker und Vollzeitbeschäftigten). Und hätte man schon im Jahr 2000 die bereits damals existierende soziale Ungerechtigkeit bekämpft, wären auch locker 300 Euro monatlich als Lohnerhöhung drin gewesen. Das ist bares Geld, welches heute in den Taschen aller Arbeitnehmer (und über entsprechende Beiträge auch in den Renten- und Sozialkassen) fehlt.

Unnötig zu erwähnen, dass das nüchterne Aufzählen dieser Zahlen heutzutage schon „Linksextremismus“ ist, der vom „Verfassungsschutz“ beobachtet wird

10 Jahre Agenda 2010 in Zahlen (PDF)

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