Boom der Suppentafeln: Ein Armutszeugnis der deutschen Sozialpolitik

„Ich finde es beunruhigend, dass wir uns in einem der reichsten Länder der Erde an solch ein mittelalterliches Almosensystem gewöhnt haben. Mittlerweile erfüllen sie den Zweck, einen deutlich zu niedrigen Regelsatz zu ergänzen. Das Geld, welches die Nutzer der Tafeln sparen, verwenden sie, um ein wenig soziokulturell teilhaben zu können. Die große organisatorische Leistung der Tafeln trägt leider auch dazu bei, den Abbau sozialer Leistungen zu ermöglichen. So kann sich der Staat zurückziehen. Je stärker sich das professionalisiert und verlässlich wird, desto mehr kann sich die Politik darauf ausruhen.

Viele Leute glauben immer noch, dass es einzig um Obdachlose geht. Doch die machen nur noch um die zwei Prozent der Nutzer aus. Heute stehen nicht mehr die im Mittelpunkt, die aus dem sozialen Netz gefallen sind, sondern jene, die eigentlich davon aufgefangen werden sollten. Und ein Viertel der Nutzer sind Kinder. Es kommt immer häufiger vor, dass Jobcenter auf die Tafeln verweisen, wenn das Geld nicht reicht. Und Politiker übernehmen die Schirmherrschaft. Klaus Wowereit ist ein Ehrenmitglied bei der Berliner Tafel.“

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