Datenschutz beim Jobcenter – Kontoauszug im Gebüsch

BREMEN taz Ein Anruf am Abend:

„Ich weiß, dass Sie allein wohnen und was Sie in den letzten Monaten verdient haben.“

Der Unbekannte am anderen Ende des Telefons kennt zahlreiche Details aus Anna Schmidts* Leben. All das zumindest, was aus ihrem Antrag auf Arbeitslosengeld hervorgeht, den sie ein paar Stunden zuvor persönlich in den Briefkasten des Jobcenters Bremen-Mitte geworfen hatte – im Inneren, in der Wartehalle.

Der Anrufer fand Schmidts komplette Unterlagen abends im Gebüsch. Das war Ende November.

Dabei hatte der Bundesdatenschutzbeauftragte auf das Problem der unsicheren Briefkästen beim Jobcenter Bremen schon vor über einem Jahr hingewiesen. Erwerbslosenberatungen berichten, dass regelmäßig Briefe verschwinden. Erst jetzt soll sich etwas ändern.

Weiterlesen & Quelle: taz vom 07.01.2013

Schreibe einen Kommentar