68. Jahrestag des Atombombenangriffs auf Hiroshima

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Foto: scarletgree

Am 6. August vor 68 Jahren, um 8.15 Uhr warf der US-Bomber „Enola Gay“ auf Hiroshima in Japan die erste von zwei Atombomben ab. Die zweite Atombombe explodierte am 9. August über Nagasaki. Dabei starben binnen 4 Monaten 200.000 Menschen.

Berlin – „Nach 66 Jahren ist es einfach an der Zeit, dass die Atomwaffen außer Dienst gestellt werden“, erklärt Xanthe Hall, Abrüstungsexpertin der Internationalen Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW), anlässlich des 66. Jahrestags der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagasaki. An einem solchen Gedenktag solle man nicht nur der Toten gedenken, sondern auch an der Seite der Hibakusha, der Überlebenden des Angriffs, stehen. Sie haben sich die Ächtung von Atomwaffen zur Lebensaufgabe gemacht.  

“65 Jahre – Atomwaffen a.D.” – das ist auch das Motto einer Email- und Postkartenaktion mit der Verteidigungsminister zu Guttenberg im Vorfeld des NATO-Treffens in Lissabon im November 2010 daran erinnert werden soll, dass der Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland nicht nur von allen Parteien des Bundestags und von einer überwältigenden Mehrheit der Bevölkerung gefordert wird, sondern auch ein wichtiges Signal für die weltweite Abrüstung wäre. Die NATO wird dort über ein neues strategisches Konzept entscheiden, in dem auch die zukünftige Rolle von Atomwaffen im Bündnis festgeschrieben werden wird. „Deutschland spielt eine wichtige Rolle bei der notwendigen Veränderung der Sicherheitspolitik, nicht zuletzt bei der Debatte um das strategische Konzept der NATO. Wir wünschen uns darüber hinaus, dass die Bundesregierung aktiv einen Vorbereitungsprozess für eine Nuklearwaffenkonvention in Gang setzt“, so Hall.

Weltweit arbeitet die Zivilgesellschaft im 66. Jahr nach dem Bombenangriff verstärkt für die Abschaffung aller Atomwaffen durch eine Nuklearwaffenkonvention. Die Kampagne ICAN (International Campaign to Abolish Nuclear weapons) startet das längste Ketten-Video der Welt unter dem Motto „Million Pleas“. Ziel ist, dass so viele Menschen wie möglich in kurzen Videos und Social Media ihrem Wunsch nach einer atomwaffenfreien Welt durch eine „Bitte“ Ausdruck verleihen. Auch auf dem Weltkongress der IPPNW vom 25. bis 28. August 2010 in Basel wird es darum gehen, nötige Schritte und Hindernisse auf dem Weg zur Abschaffung aller Atomwaffen zu erörtern.

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