Kein Geld für Strom – Immer mehr Bundesbürger können Energiepreise nicht zahlen.

Kein Strom für Bedürftige? Foto: Alexandre Vialle

Kein Strom für Bedürftige? Foto: Alexandre Vialle

Immer mehr Bundesbürgern droht die Energiearmut. Schuld daran sind vor allem steigende Strompreise. Allein zwischen 2000 und 2010 haben sie um teilweise 60 Prozent zugelegt. Die nun eingeleitete Energiewende wird den Saft aus der Steckdose nochmals verteuern. Vor allem für Hartz-IV Betroffene hat das fatale Konsequenzen.

Im vergangenen Jahre drehten die Versorger 200 000 von ihnen zumindest zeitweise den Strom ab. Die Bundesregierung kennt das Problem, blieb bislang aber untätig.

Ollie ist manisch depressiv. Wenn es ihn packt, dann geht er für Wochen nicht raus, er isst kaum was.»Offizielle Briefe landen dann auf einem Stapel«, sagt er. »Ungeöffnet, versteht sich.« Bei der Telekom hat er lange schon keinen Anschluss mehr, weil er Schulden hat und sie nicht begleichen kann. »Strom haben sie mir vor anderthalb Jahren abgestellt. Da lebte ich inHanau.« Es war in der Zeit, als er einen Zusammenbruch hatte.

Das Jobcenter überwies zwar bis zum Ende des Bewilligungszeitraums die Miete, aber die Stadtwerke Hanau ließen sich nicht hinhalten. Bald war die Stromleitung tot. »Wenn man es gewohnt ist, auf den Schalter zu drücken, und es kommt das Licht, dann ist das ein seltsames Gefühl, wenn alles duster ist. Ich machte mir überall Teelichter an. Zum Glück hatte ich einen Herd, der mit einer Gasflasche betrieben wurde, und ich hatte einen Ofen.«

Weiterlesen in Neues Deutschland 02.08.2012

http://www.neues-deutschland.de/artikel/234259.kein-geld-fuer-strom.html

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