Mini-Jobs führen in die Sackgasse

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Lohnt sich der Mini-Job wirklich?

Auf die sinkende Bedeutung von Tarifverträgen hat die OECD hingewiesen und damit die deutsche Wirtschaft kritisiert: Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bekämen einen immer kleineren Teil vom großen Kuchen ab. Doro Zinke, Vorsitzende des DGB, Bezirk Berlin-Brandenburg, verwies darauf, dass die durchschnittlichen Löhne und Gehälter in der Region rd. 30 Prozent unter Westniveau lägen (Quelle: WSI-Tarifarchiv).

400.000 Menschen müssten sich in Berlin mit weniger als 900 Euro netto im Monat begnügen. Atypische Beschäftigung wie Teilzeitarbeit, Leiharbeit oder Mini-Jobs liege bei dramatischen 42 Prozent, das sei die Spitzenposition im Bund. Brandenburg weise immerhin 37 Prozent aus.   

Der Weg zu „Guter Arbeit“ sei richtig und notwendig, aber voller Hindernisse, so Zinke. Prekäre Beschäftigung nehme in der Region immer noch zu: rd.130.000 Aufstocker registriere man allein in Berlin (Brandenburg: 80.000); Menschen, die so wenig verdienten, dass sie staatliche Zuschüsse zum Überleben benötigten.

In Zeiten knapper werdender Arbeitskräfte seien die Unternehmen gut beraten, ihre Beschäftigten angemessen zu bezahlen. Schließlich trage die Kaufkraft wesentlich dazu bei, den Wirtschaftsmotor in Gang zu halten, so die DGB-Vorsitzende. An beide Landesregierungen appellierte Zinke, sich gegen eine Aufwertung von Mini-Jobs zu stemmen: Mini-Jobs seien das Einfallstor zum Niedriglohnsektor und führten Beschäftigte in die Sackgasse ihres Berufslebens.

Quelle: Presse DGB Bezirk Berlin-Brandenburg

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