Presse: "Kritik an den Mobilitätstalern"

via Nordbayern.de |  FÜRTH – Erneut übt die Fürther Erwerbslosen Initiative Kritik an den Mobilitätstalern. Der Weg zu dem Rabatt für Bus- und U-Bahn-Tickets sei weiter umständlich, die Behandlung der Nutzer mitunter diskriminierend.

 Schon in der Vergangenheit hat die Erwerbslosen Initiative (FEI) kritisiert, dass die Berechtigten sich zunächst den Fürth-Pass — ein Angebot der Stadt an Bedürftige — abholen müssen, bevor sie die Mobilitätstaler in Empfang nehmen können. Mit den Talern werden seit Jahresbeginn finanzschwache Fürther, die etwa Hartz IV oder Wohngeld bekommen, unterstützt.
Sie können einen Rabatt von fünf Euro pro Monat beim Kauf von Fahrkarten in Anspruch nehmen. Finanziert werden die Mobilitätstaler aus einem Spendentopf, den die Bürgerstiftung verwaltet. Sie hat zusammen mit der infra und der Stadt Fürth ein Bündnis für Mobilität gegründet.
In den vergangenen Monaten habe man die Erfahrung gemacht, dass die mit den Talern gekauften Fahrkarten manchmal mit einem Stempel mit der Aufschrift „Kein Umtausch, keine Rückgabe möglich“ versehen würden, heißt es in einer Pressemitteilung der FEI.
Einige Nutzer, die mit einer solchen Fahrkarte unterwegs waren, seien bei Fahrscheinkontrollen zum Vorzeigen von Ausweis und Fürth-Pass aufgefordert worden. „Diese Erfahrung wurde von den Betroffenen, unserer Ansicht nach zu Recht, als diskriminierend empfunden“, heißt es weiter. Es werde „augenscheinlich unterstellt, dass ALG-II-Empfänger automatisch auch Betrüger sind“. Auch sei es nicht ohne Weiteres möglich, Mobicards oder Streifenkarten, die mit den Talern erworben wurden, gemeinsam zu nutzen.
Man erhalte „anscheinend nur Fahrkarten dritter Klasse“.Von Seiten des Bündnisses für Mobilität wird der Weg zu den Talern als nicht sehr bürokratisch betrachtet; es seien schließlich keine langen Anträge auszufüllen. Auch hat man sich zuletzt flexibel gezeigt und eine Lösung gefunden, die Taler auf Jahresabos anzurechnen, was ursprünglich nicht vorgesehen war.

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