Tabubrechende Idiotie

Gesunder Geist in einem gesunden Körper, oder da greift man sich schon an den Kopf!

Mens sana in corpore sano. Foto: Dörnveek Märk

Von Roberto J. De Lapuente |„Es war tabu, darüber zu reden, dass wir als Volk an durchschnittlicher Intelligenz verlieren, wenn die intelligenteren Frauen weniger oder gar keine Kinder zur Welt bringen“, erklärt Thilo Sarrazin gelehrt.

Er kann dergleichen ganz unbefangen von sich geben, völlig ungefährdet, dafür auch wirklich angefeindet zu werden. Was er da in die gesellschaftliche Mitte überführt, sind eugenische Positionen, die weder menschlich noch wissenschaftlich bestehen können; humangenetischer Aberwitz aus der Giftküche eines mit Halbwissen ausgerüsteten Snobs, der von Erbanlagen sicher schon mal gelesen, offensichtlich aber nicht alles davon verstanden hat.

Nicht alles zu begreifen, das wäre keine Schande. Die Humangenetik ist ein weites, ein schwieriges, verwinkeltes Feld, dem Laien oft nicht erschließbar. Deswegen gebietet es die laienhafte Bescheidenheit, mit etwaigen Erkenntnissen nicht zu tollkühn zu balancieren – das Risiko, nur die Hälfte begriffen, von dieser Hälfte wiederum die eine Hälfte zu wortwörtlich und daher zu kompromisslos aufgefasst zu haben, ist einfach zu groß.

Sarrazin läßt sich nicht abhalten, er addiert das von ihm Erlesene, diesen Sud aus halbgaren Erkenntnissen, und macht daraus eine populäre Stammtischwissenschaft, die vom Scheckbuchjournalismus gefällig aufgegriffen und publiziert wird. Nichts haben sie gelernt!

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